Wir leben nicht dem Sterben entgegen, sondern sterben dem Leben entgegen

veröffentlicht am Montag, 1. Februar 2021 von Matthias Altwegg
Metamorphose_Blog_0221

Unterdessen sind wir schon mittendrin im neuen Jahresthema. Mich fasziniert der Gedanke der Metamorphose, der Umwandlung unseres Wesens hin zur Jesusähnlichkeit. Selbst etwas überrascht wurde ich von der Entdeckung, dass dies nicht einfach so glatt über die Bühne geht, sondern einen hohen Preis hat; nämlich unser Leben. Das neue Leben wird nämlich nicht einfach aufgepfropft, sondern ersetzt die Ich-Natur. Mit anderen Worten muss das alte Ich sterben, damit das göttliche Ich zur Entfaltung kommen kann. Das hat mich zu dem Wortspiel geführt: Wir leben nicht dem Sterben entgegen, sondern sterben dem Leben entgegen. Dieser Satz meint nicht den Tod ganz am Ende des Lebens, sondern beschreibt die Wirklichkeit eines Nachfolgers von Jesus.

Ich habe mich dabei ertappt, dass ich mich nach Predigten mit solchen Aussagen nicht gut gefühlt habe. Die Frage nach den Gründen hat mich über längere Zeit umgetrieben. Ist es der Fingerzeig des Heiligen Geistes, weil ich mich verirrt habe? Durch Bibelstudium und Gebet bin ich auf folgende Negativ-Gefühl-Verursacher gestossen:

  • Ich predige viel lieber über Themen, die von den Leuten leichter aufgenommen werden können. Schlaue Tipps, gute Lebenshilfen mundgerecht verpackt; das kommt besser an und hebt die Quote der positiven Feedbacks.
  • Wir leben in einer eher oberflächlichen, leidensscheuen Spassgesellschaft, in der es um Selbstverwirklichung geht. Da wirkt die Predigt des Kreuzes sperrig und unangepasst.

Jesus hingegen sagte: «Wer sich weigert, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, ist es nicht wert, zu mir zu gehören» (Matthäus 10,38). Wir müssen nicht Jesus Kreuz auf uns nehmen. Das hat Er gemacht. Dort hat Er uns durch sein Sterben zum Leben erlöst. Wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen. Das bedeutet, dass wir unser Ich-Natur in den Tod geben, um echtes Leben zu bekommen. Diesen lebenslangen Prozess nennt Paulus Metamorphose. Das tönt zwar nicht populär, ist aber äusserst verheissungsvoll!

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Anne Gröber
Anne Gröber (@guest_114)
5. Februar 2021 15:26

Lieber Matthias, danke für deine Gedanken! Danke dass du auch „unpopuläre“ Aussagen machst. Sie bewegen mich immer sehr. Ich bin ja frei zu entscheiden ob ich sie umsetzen möchte.

Chris
Chris (@guest_115)
7. Februar 2021 8:48
Antwort an  Anne Gröber

Ja, Matthias. Gerade durch das Lesen des Buches von Rees, merke ich, wie tief der Geist Gottes im Gebet uns führt und uns leidenschaftlicher macht, uns das Leiden des andern mitfühlen lässt und uns immer mehr in Seine tiefe Abhängigkeit hineinführt. Ich freue mich, dass wir so miteinander unterwegs sein dürfen.

Tobias Meyer
Tobias Meyer (@guest_118)
22. Februar 2021 8:04

Du sagst es, Matthias, dieses Thema wirkt sperrig, denn wir müssen unser Denken upgraden: wenn wir das Gegenteil tun als was wir von der Welt gelehrt bekommen haben, sind wir im Reich Gottes schon ziemlich richtig: Wenn du gibst, bekommst du, wenn dir jemand böses tut und du mit Gutem vergeltest, wird das Gute das Böse überwinden, wenn wir die Grössten sein wollen sollen wir allen ein Diener sein, wenn wir sterben, erwachen wir zum Leben…Ich glaube da braucht es unsere Hingabe dass Jesus uns verändern kann, eine konkrete Möglichkeit ist „Jesus zu lesen“, oder anders gesagt sein Wort zu… Weiterlesen »

Zuletzt geändert am 10 Tage zuvor von Tobias Meyer

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