seetal chile Poscht 03/2020

Alle Neuigkeiten auf einen Blick.

Liebe Freunde der seetal chile

von Matthias Altwegg

Kürzlich schrieb jemand folgende Zeilen: Mit einem VW-Bus voller Leute suchte er bei Nacht den Rückweg in die Herberge. Norwegen, schmale Strasse über steilen Fjorden. Sturm und heftiger Regen. Die Scheibenwischer überfordert. Die enge Küstenstrasse über den Klippen ohne Leitplanken. Und dann fiel an seinem Auto auch noch die Beleuchtung aus. Was jetzt? Stehen bleiben? Ein nachfolgendes Auto könnte auffahren. Blind weiterfahren? Undenkbar. Es gab nur eine Möglichkeit: Am Rückstrahler des vorausfahrenden PKW’s dranbleiben. Der Sicht des Vordermannes vertrauen, auf seine Behutsamkeit und «Rücksichtnahme». Sich vertrauend begnügen damit, dass er mit seiner besseren Sicht den Kontakt zu seinem Anhängsel nicht abreissen lässt. In schweren Zeiten kommt man auch so voran. So – auch wenn man nur einen einzigen Schritt weit sieht.

Auch in unserer Gemeinschaft gibt es viel Not und Leid. Die Liste für das Gebet auf dem Gottesdienstflyer will nicht abreissen. Immer gibt es neue Leute, die durch eine Leidenszeit gehen. In solchen Situationen sind beide Seiten gefordert. Leidende Menschen sind herausgefordert, dem inneren Reflex des Rückzugs zu widerstehen und sich an den «Rückstrahler» eines Autos mit Sicht anzuhängen. Und Menschen, die gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen, sind herausgefordert, den Kontakt zu leidenden Menschen nicht abbrechen zu lassen.

Leidende Menschen sind ein Segen für eine Gemeinschaft, denn sie ermöglichen es anderen, einen Liebesdienst zu tun. Ja, ich weiss, niemand ist gerne schwach und hängt sich an das Rücklicht eines anderen. Doch im Laufe des Lebens wechseln die Rollen oft mehrmals. Jeder ist mal stark, jeder ist mal schwach. Wie gut, dass wir einander haben!

Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein! Wie können wir unseren diesjährigen Bibelvers angesichts unserer langen Krankheitslisten in der seetal chile umsetzen? Diese Frage betrifft mich als Pastor sehr stark. Auch du bist darin gefordert.

Übrigens ist die Anwesenheit von Leid für mich ein starker Beleg dafür, dass die Bibel Recht hat, wenn sie sagt: «Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt, wie unter den Schmerzen einer Geburt» (Römer 8,22). Umso mehr freuen wir uns auf die neue Welt, die Gott schaffen wird, in der es keine Tränen mehr geben wird!

«Ufschtoh-Woche»

Angesichts der vielen trauernden, leidenden und kranken Menschen wollen wir als Gemeinde aufstehen! Deshalb führen wir vom 16. bis 20. März 2020 eine «Ufschtoh-Woche» durch. Während dieser Woche gibt es täglich vier Gebetszeiten (6:00 bis 6:30 |9:00 bis 9:30 | 12:15 bis 12:45 | 18:00 bis 18:30), an denen wir uns zum Gebet treffen. Besonders eingeladen sind auch betroffene Menschen, damit wir konkret beten und sie salben können. Wer es von Gott aufs Herzen bekommt, darf während dieser Zeit gerne auch (teil-)fasten. Wie wäre es beispielsweise in dieser Zeit auf das Mittagessen zu verzichten und während der freigewordenen Zeit zu beten!?

Am Dienstagabend treffen wir uns zusätzlich um 20:00 Uhr zu einem Anlass mit dem Titel «Umgang mit Menschen mit Depressionen». Leonie Altwegg hat zu dieser Thematik ihre Maturaarbeit geschrieben und Sina Leimgruber gibt tiefe Einblicke als Betroffene in ihr Leben. Wir wollen nebst dem Gebet lernen, Menschen in schwierigen Zeiten besser beizustehen.

Mentoring

Mit unserem neuen Mentoring-Netzwerk möchten wir Anlaufstelle sein für Menschen, die in einer Lebenssituation Beratung und/oder Begleitung brauchen. Verschiedene Personen aus der seetal chile haben sich bereit erklärt, ihre Stärke für andere einzusetzen. Die Leute aus diesem Netzwerk freuen sich, wenn sie Menschen in verschiedensten Lebenssituationen über die Brücke zu Gottes Möglichkeiten begleiten dürfen. Gott kann! ER will das Leben in ganzer Fülle schenken.

Folgende Bereiche bieten wir an: Seelsorge, Coaching, Befreiungsdienst, Trauma Aufarbeitung, Begleitung bei den ersten Glaubensschritten, Ehevorbereitungen, Ehecoaching etc. Ab sofort liegt ein Flyer mit Kontaktdaten auf. Deine Anfrage wird vertraulich behandelt.

«Leben in Freiheit»

Was ist das Ziel von einem Leben als Christ? Geht es darum, einfach in den Himmel zu kommen? Nein, der Himmel soll durch Christen auf die Welt kommen. Das Leben von Jesus soll in uns immer grösser werden und mehr Einfluss haben. Seine Liebe, sein Friede, seine übernatürliche Kraft, seine Weisheit, seine Hoffnung… sollen in unserem Leben zum Zug kommen. Weil wir aber in einer Welt der Sünde leben, wird das Leben von Jesus immer wieder mit Müll zugedeckt: Verletzungen, negative Prägungen und Erfahrungen aus der Kindheit, Ungerechtigkeit, Missbrauch, Ablehnung oder Schuld. So soll es aber nicht bleiben!

Mit dem Ziel, Schritte in die Freiheit zu machen, setzen wir uns diesen Herbst an vier Abenden (2. | 6. | 9. 13. November) und einem Samstag (7. November) mit unseren Prägungen, Denkmustern, Erfahrungen und Verletzungen auseinander. Zu diesem Kurs, der dein Leben verändern kann, bist du herzlich eingeladen! Detaillierte Infos mit Anmeldemöglichkeit folgen nach den Sommerferien.

Familie Inäbnit, Moldawien

von Familie Inäbnit

Unterwegs in einem evangelistisch völlig unerreichten Dorf im Norden von Moldawien. Gerade haben wir Brennholz und Essenspakete verteilt. Nun liefen wir durchs Dorf und verteilten den Menschen Neue Testamente. Vera, 83 Jahre, stand in ihrem Garten und begrüsste uns freundlich. Doch schon nach wenigen Worten fing sie an zu weinen. Seit Jahren hatte sie keinen Besuch mehr. Es scheint so, dass sie nur Schweres in ihrem Leben erlebt hat. Ihre beiden Söhne wurden bei einer Schiesserei von der Polizei erschossen. Ihr Mann starb vor 10 Jahren. Ihre Geschwister sind tot oder im Ausland. Wir durften für Vera beten und ihr von der Ewigkeit in Gottes Gegenwart erzählen. Gott wird Gerechtigkeit wiederherstellen! «Das Evangelium ist die Kraft Gottes, die jedem, der glaubt, Rettung bringt…» (Römer 1,16). Plötzlich kam ein alter Mann den Weg entlang. Es war der Nachbar von Vera: «Was macht ihr hier?» Vera antwortete voller Stolz: «All diese jungen Leute sind wegen mir gekommen!» Ja, wegen Vera sind wir gekommen. Weil Gott Vera und ihre Einsamkeit und ihre Schmerzen gesehen hat. Wir kannten sie vorher nicht, aber Gott wusste um sie
und führte uns genau zu ihrem Haus.

Wie wunderbar sind Gottes Wege! Später am Nachmittag haben wir einen Gottesdienst im Dorf organisiert. Vera und ihr Nachbar, Vadim, kamen auch und hörten dort das erste Mal das wunderbare Evangelium von Jesus Christus. Leider gibt es in dieser Region nur eine Gemeinde für 100’000 Einwohner. Wir hoffen, dass sich dies in Zukunft ändert! Es ist nicht recht, dass Vera 83 Jahre auf das Evangelium warten musste.

Liebe seetal chile, vielen Dank für eure treue Unterstützung. Vielen Dank, dass wir mit eurer Hilfe den Menschen in Moldawien das Evangelium bringen können und ihnen dienen dürfen. Vielen Dank für eure Gebete. Als Familie geht es uns soweit gut. Lisa hat gerade etwas Mühe in der Schule. Aber sonst sind wir sehr dankbar. Auch der Rücken von Kusi ist fast schmerzfrei. Gott ist gut und seinen Segen wünschen wir euch allen! Bis bald und seid lieb gegrüsst.

Falls du den Rundbrief der Familie Inäbnit abonnieren willst, kannst du dich bei ihren Kontaktpersonen Fabian und Andrea Werder (062 896 13 60) melden

Unsere Finanzen

von Christoph Leimgruber

Mit einem leichten Rückstand sind wir ins Jahr gestartet. Wir sind dir von Herzen dankbar für dein finanzielles Mittragen und dass solch ein Segen auf unseren Finanzen liegt. Möge Gott dir jeden Franken, den du uns als seetal chile spendest, reich vergelten.

Übrigens; Wir machen es dir ab sofort einfach, Geld zu spenden ?. Nun ist es dir möglich, deine Spende für die seetal chile via TWINT zu tätigen. An unseren Kollekten-Säulen im Zentrum hat es einen QR-Code-Sticker. Diesen in deinem TWINT App scannen und schon kannst du anonym spenden. Die Kommission beträgt bei jeder Spende 1.3%.

Für die Agenda

Am 13. März um 20:00 Uhr findet der regionale Lobpreis Abend bei uns im Zentrum statt. Du bist zusammen mit allen Leuten aus den Chrischona-Gemeinden der Region herzlich eingeladen!

Am 14. März gehen die Männer bowlen. Wenn du bei diesem Männer Event dabei sein möchtest, kannst du dich via unserem Blog dafür anmelden.

Am 21. März werden wir von 8:00 bis 12:00 Uhr unsere Räumlichkeiten unter der Leitung der Fachgruppe Reinigung auf Hochglanz polieren. Wir sind sehr dankbar, wenn du dir den Vormittag oder einen Teil davon reservierst. Den Abschluss dieses fröhlichen Events bildet ein gemeinsames Mittagessen.

Am 27. und 28. März führt unsere Theater-Gruppe das Theater «Muetig vorah…» auf. Jeder ist herzlich Willkommen – auch an der Hauptprobe vom 25. März.

Am 29. März besucht uns Eric Lee aus China im Gottesdienst. Zusammen mit der Organisation Open Doors gibt er uns Einblicke in die schwierige Situation der Christen in China. Mr. Lee war seit dem Ausbruch des Coronavirus nicht mehr in China!

Am 5. September führen wir wieder unseren Flohmarkt durch. Wenn du also «eine Frühlings-Entrümpelten» planst, freuen wir uns, wenn du ein paar Sachen aufbewahrst, um uns dann Ende August zu spenden ?.

Infos zu Personen

Am 26. Januar ist Sonja Siffert gestorben. Wir sind sehr traurig und wünschen der Familie Siffert von Herzen Gottes Trost und Geborgenheit bei ihrem himmlischen Vater!

Beat und Josiane Zimmermann sowie Nicola Staehelin beantragen die Mitgliedschaft. Wir freuen uns über diese Anträge, da dadurch die ohnehin schon vorhandene Verbindlichkeit öffentlich und offiziell werden soll. Die Mitglieder haben nun 30 Tage Zeit, um begründete Einsprachen einzureichen.

Infos in aller Kürze

Das Nachfolgeprojekt zur Bibelstunde in Seon –«d’Bible entdecke» fand grossen Anklang. Matthias Altwegg hat deshalb das neue Projekt Daniele Tartoni übergeben mit dem Wissen, dass er es grossartig machen wird. Rund 20 Personen starten, aufgeteilt in zwei Gruppen, Ende März mit den Treffen. Die Gruppe ist jederzeit offen, dich zu begrüssen, wenn auch du «d’Bible entdecke» möchtest.

Rückblick

Termine

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