Vorwort us de seetal chile poscht Februar 2019

Kontakt im Bistro

I’m an alien. I’m a legal alien. I’m an Englishman in New York. Zu Deutsch: Ich bin ein Fremder. Ich bin ein rechtmässiger Fremder. Ich bin ein Engländer in New York. Dieses bekannte Lied bringt das Lebensgefühl zum Ausdruck, sich fremd zu fühlen.

Der ältere Sohn scheint sich in seiner Heimat im landwirtschaftlichen Unternehmen seines Vaters fremd gefühlt zu haben. Sein Herz hat kein Zuhause gefunden. Bezeichnenderweise war sein Aufenthaltsort nicht beim Vater, sondern bei den Dienern (Lukas 15,11ff).

Die Gemeinde nennt man auch «geistliches Zuhause». Kürzlich las ich das Buch «Die leisen Weltveränderer» von Debora Sommer zur Thematik der Introvertiertheit. Darin las ich – und das ist mir aus persönlicher Erfahrung nicht unbekannt –, dass es viele Leute gibt, die sich in ihrer Gemeinde fremd fühlen. Sommer bezeichnet sich als introvertiert. Ungefähr die Hälfte der Menschheit gehöre zum Kreis der Introvertierten. Sie schreibt: «Während ich an anderen ihre ausgeprägte Gabe und Fähigkeit, Gemeinschaft und Gastfreundschaft zu leben, bewundere, fällt der Blick auf meinen eigenen Beitrag in dieser Hinsicht äusserst ernüchternd aus. Gaben wie Kontaktfähigkeit und Gastfreundschaft, die prototypmässig als Markenzeichen einer frommen Christin gelten, scheinen in meinem Fall irgendwie vergessen worden zu sein. Auf unangenehme Weise fühle ich mich mit diesen (von mir so empfundenen) Defiziten nicht der christlichen Norm entsprechend. Sich ungenügend qualifiziert, meinen Teil zur Gemeinschaft beizutragen. Es kostet mich grosse Anstrengung und sehr viel Überwindung, überhaupt auf andere Menschen zuzugehen.»

Introvertierte Menschen haben viele Stärken: sie leben mehr aus der Stille heraus, sie reflektieren besser, sie streben nach Weisheit, sie leben eine tiefe Sehnsucht nach Gott, sie haben die Gabe des Zuhörens und sind oft künstlerisch begabt. Uns ist es ein grosses Anliegen, in unserer Gemeinde Räume zu schaffen, in denen introvertierte und extrovertierte Menschen gemeinsam am Reich Gottes bauen. Extros brauchen Intros und umgekehrt! Der Vergleich einer christlichen Gemeinschaft mit dem menschlichen Körper illustriert dies eindrücklich (Römer 12,4-8).

Vorwort zur seetal chile poscht 02/2019

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Über den Autor

Matthias Altwegg

Matthias Altwegg

Pastor

Blog durchsuchen

Kategorien

Weitere Beiträge

Wie war es?

Von Luca Staehelin | 16. Juli 2019

Glückliche – und auch ein bisschen müde – stiegen die Kinder am vergangenen Samstag aus dem Car. Gemeinsam haben wir…

glow Camp live

Von Jonas Burger | 11. Juli 2019

Auf nach Gais! Am Samstagmorgen reisten 48 mutige Kids und ihre Leiter ins schöne Appenzellerland. Am Ziel angekommen, erkundeten wir…

Wer verhilft uns zur inneren Ruhe?

Von Melanie Troxler | 1. Juli 2019

Gestern feierten wir, passend zu den sommerlich heissen Temperaturen, einen etwas anderen 19h-Gottesdienst. Nach einer schönen Worshipzeit nahm uns Luca…